28.7.2016

In den letzten 4 Wochen war ich nicht untätig. Chris, der mich in der Marina angesprochen hat und mitsegeln wollte, hat in diesen 4 Wochen etwas mehr als 1000 sm gemacht und den Segelvirus bekommen. Er ist auf Weltreise, mal hier, mal da, wo es ihn hintreibt, und hat mit mir zusammen nochmal Fiji erkundet. Zuerst die Yasawas, eine Inselgruppe im Westen von Fiji, quasi das letzte Stück Fiji, ehe man nach Vanuatu segeln würde, mit einer fantastischen Höhle, schönen Buchten, und, als Highlight Schwimmen mit Mantas. Wir haben leider einen Tag mit trübem Wasser erwischt, also folglich auch nicht so viele gesehen, aber dafür waren diese Tiere plötzlich da, teilweise ganz nah, um dann wieder im Trüben zu verschwinden. Mantas, wer es nicht weiß, sind Planktonfresser und für uns Menschen völlig ungefährlich, trotz ihrer manchmal 3 m (!) oder vielleicht auch mehr Spannweite. Diese Begegnungen sind ein besonderes Gefühl.

Von den Yasawas, wo wir auch mal mit Flasche getaucht sind, ging es dann, teilweise mit Motor, lange Strecken hinter den Riffen, nach Savusavu und anschließend noch einmal nach Vanua Balavu. Diesmal war Etika da und die Wiedersehensfreude groß. In vielleicht einem halben Jahr werden sie ihr neues Haus bekommen und aus dem Zelt ausziehen können. Küche und Klo sind aus Trümmerresten schon wieder aufgebaut.

Trostlos ist die Versorgungssituation. Man isst fast nur Reis, alle Selbstversorger-Gärten sind zerstört. Es gibt auch keine Kokosnüsse mehr. Alle Palmen sind geköpft. Etika rodet gerade einen neuen Garten, etwas weiter weg vom Dorf, in einer kleinen Senke zwischen zwei Hügeln.

Nach ein paar Tagen Ankern in der Bay of Islands, wo ich schon im letzten Jahr und auch in diesem war, wollen wir weiter, auch wenn es dort schön ist, Chris Erfolg hat mit dem Angeln und wir friedlich mit dem Haien am Riff uns das Wasser teilen. Als ob sie und nicht aus dem Auge lassen wollen, kommt alle paar Minuten einer so absichtlich unabsichtlich zwischen 5 m und vielleich 1,5 m an uns vorbeigeschwommen.

Nun geht es aber in das entlegenste Eck Fijis im Südosten, also immer gegen den Wind. 2 Tage, 270 sm aufkreuzend zwischen Inseln und Riffen für eine Strecke von 120 sm. Seglers hartes Los, aber wenn man den Motor nicht anmachen möchte, was bei stärkerem Wind sowiesso nicht lohnt, dann muss man das halt aussitzen.

Und es hat sich gelohnt. Fulaga ist ein Atoll, mit schätzungsweise 30 oder mehr Pilzinseln, eine schöner als die andere, und einer Passage in das Atoll, die beim Schnorcheln sich nicht hinter Fakarawa oder Rangiroa in den Tuamotus verstecken muss. Und das sind bisher immerhin die Reviere gewesen, die für mich bei weitem die Bestenliste angeführt haben. Auch da gibt es in einigen Tagen Bilder, auch wenn man vieles eben nicht einfangen kann. Es ist wunderschn, ins Wasser zu steigen, sich einfach staunend am Riff vorbei treiben zu lassen, mit auflaufendem Wasser einwärts, mit ablaufendem Wasser auswärts. Das einlaufende Wasser ist klarer, und der Einruck ist noch schöner.

Chris hat den Segelvirus und den Angelvirus erwischt. Soviel Erfolg hatten wir noch nie an Bord. zwei Tuna, ein Mahi Mahi mit 1,4 m und 14 kg, dann irgendwelche Jacks (?), ebenfalls sehr schmackhaft. Einmal war wahrscheinlich auch ein Hai dran, als wir vor Anker lagen, aber der hat kurzewrhand alles mitgenommen, Haken, Köder, Wirbel usw.

Chris ist übrigens von Bord, schon auf einem anderen Segler ab Bora Bora nach Tonga, wie wir letztes Jahr. Mal sehen, was er berichtet. Er war früher Internet-Profi und hat auch meine FB-Seite belebt, wie einige sicherlich bemerkt haben.

Vielleicht noch ein paar Anmerkungen zur Navigation in Fiji. Alles, was man in der Segelschule gelernt hat, hilft hier nicht. Den Karten aus Papier (und auch den elektronischen) liegt eine englische Seekarte von etwa 1890 zugrunde, und auf den elektronischen gibt es dann manchmal noch Probleme, wie z.B. dass ein ganzes Atoll um rund eine halbe Meile verschoben ist (aktuelle Karte, gekauft in Martinique). Und als ob das nicht genug wäre, Korallen wachsen auch. Die zuverlässigsten Navigationshilfen sind das Auge. Farbveränderungen, ortsfeste Wellenkämme sind Indikatoren. Und Google Earth. Es gibt programme, die einem auf Earth-Kacheln die Position genau zeigen. Und das Satellitenbild zeigt Korallenköpfe in der Regel sehr deutlich. Man muss halt die Kacheln in Vorbereitung auf das Seegebiet irgendwann mal heruntergeladen haben.

Pro Jahr gehen in Fiji so 3-5 Yachten verloren. Es ist also angebracht, höchste Vorsicht walten zu lassen. Als ich auf dem Hard war, stand einer neben mir, der nicht weit von hier auf ein Riff lief, versucht hat, mit dem Motor freizukommen und dabei auch noch die Schraube rasiert hat. Alle 3 Blätter abgeschlagen. Sowas geht sehr schnell.

25.6.2016

Christa musste leider aus gesundheitlichen Gründen ihre Reise abbrechen und nach Deutschland zurück. Gute Besserung.

Aus den geplanen 8-10 Tagen wurden schließlich 3 1/2 Wochen auf dem Bock. Ich habe mir nach Christas Abreise dann etwas zeit gelassen, eigentlich alles sebst gemacht, auch um zu lernen, und auch vieles pünktlicher erledigt, als nötig gewesen wäre. jetzt, anschließend an den Werftbesuch, ist das Schiff mehr als einen Knoten schneller. Die Seepocken am Rumpf, hauptsächlich aus der Bucht von Opua, bremsen halt doch sehr. Ich habe sie ja abgekratzt, aber alle erwischt man halt nicht.

31.5.2016

Alles wird gut. Und da kommt gelegentlich auch noch mehr, denn wir hätten viel zu erzählen!

Ich bin nicht faul, sondern nur behindert. Und werde, obwohl ich unschuldig bin, mit Anfragen über unser Wohlbefinden zugeschüttet.

Meine Behinderung besteht in einer abgesoffenen PC Tastatur. Dieser Text ist mit der Bildschirmtastatur geschrieben! Kostet viel Nerven und Zeit.

Seit Dagmars Ankunft sind wir einmal um Viti Levu gesegelt, durch die Gebiete, die Wirbelsturm Winston verwüstet hat, mit beklemmenden Bildern, die wir in unseren Erinnerungen haben, Berichten der armen Augenzeugen über die schreckliche Phase, Tote, weggeblasene Häuser oder fast komplett zerstörte Dörfer.

Meinem Freund Etika und seiner Frau hat es das Haus und (2. Hütte) seine Küche genommen. Dort “steht” nur noch der Fussboden. Wer auf solche Bilder wartet,sollte sie bitte woanders suchen. Weder Christa noch Dagmar noch ich haben uns getraut, vor Ort zu fotografieren. Nur mit Zoom aus der Ferne, vom Schiff aus. Vor Ort hätten wir uns wie Sensationsreporter gefühlt, und haben auch angesichts der Eindrücke einfach nicht auf den Auslöser drücken können und wollen.

Wenn es in einem kleinen Dorf wie dem von Etika, vielleicht 80 Einwohner, schon 3 Tote gegeben hat will man nicht mehr viel dokumentieren.

In Savusavu, wo wir im letzten Jahr noch viel Zeit verbracht haben, lagen mehr als 20 der dort an Hurrikan-festen” Bojen anschließend an Land. Aus den verschiedensten Gründen. Es ist nicht immer die Mooring. Heute schwimmen alle bis auf 2 wieder, aber manche der Segler wissen nicht, wie es weitergehen soll,weil sie nicht die Kohle für Reparaturen haben.

Derzeit sind wir, Christa und ich, in Vuda Marina, Viti Levu, Fiji. Dagmar ist leider wieder abgereist, muss arbeiten, kommt aber vielleicht mal wieder. JULIA steht auf dem Trockenen, wird untenrum wieder frisch gemacht.

Ich verspreche, dass, sobald Zeit ist, mehr Bilder, Berichte usw. nachgereicht werden. Nur-im Augenblick gibt es Wichtigeres.

1.5.2016

Dagmar ist pünktlich angekommen. Fast alles ist klar, um baldmöglichst aus der Marina in die wunderschöne Inselwelt selgen zu können. Es müssen nur noch ein paar 16Papiere erledigt gestempelt und geändert werden, für die ihr Pass notwendig ist. Und da hängt es jetzt.

Samstags und Sonntags trifft man in Fiji bei Zoll und Immigration niemanden, der Ahnung oder Vollmachten hat, oder nur zu heftigen Overtime-Tarifen. Also, weil wir unbedingt noch los wollen, sind wir Overtime -Charges losgeworden, haben aber immer noch nicht alles. Die Marina hat mich gerade noch davon abgehalten, mir, wie von einem Zollbeamten empfohlen, am kommenden Montag des fehlende Stempelchen einen Hafen weiter (in der Hauptstadt Suva) zu holen. Das hätte mich vermutlich so 1000 Fiji-Dollar oder fast 500 Euro Strafe gekostet. Na, dankeschön. So hängen wir zwar nicht traurig, aber schon ein wenig angefressen hier in der Marina, wissend, dass es draußen viel schöner sein könnte, auf einer der Inseln, vor Anker, beim Schnorcheln, an der Bar in “Cloud 9” in der Nähe von Musket Cove, oder wo auch immer.

Na hoffentlich geht’s wenigstens endlich am Montag los.

Ganz allgemein kann man sagen, dass Fiji sich selbst im Papierkram erstickt. Nicht dass es natürlich besser wäre, wenn mehr EDV eingesetzt würde. Mancher Staat ist dazu vielleicht noch nicht in der Lage. Auch da könnte man sicherlich viel machen. Aber das meine ich nicht. Vielmehr muss ich alle möglichen Papiere ausfüllen, mit mir rumschleppen, abstempeln lassen usw. Schlimmer war nur Trinidad/Tobago, wo man, wenn man nur die Bucht wechselte, einen Zirkus hatte wie in anderen Staaten bei der Auseise. Das andere Extrem ist übrigens Martinique, wo man den Zollbea Bildschirmtastatur geschrieben, raubt mir viel Zeit und alle Kreativität.

mten noch nicht mal zu Gesicht bekam und alles per PC erledigen konnte. Und auch Neuseeland war noch ok. Ein Riesen-Formular zwar, aber immerhin nur eines. Und mit der Freiheit, auch mal jemanden für einen kurzen Schlag an Bord nehmen zu dürfen, was hier, in Fiji, nicht gehen würde Außer natürlich mit Behördengang und weiteren Formularen.


27.4.2016

Die Zeit verfliegt. Seit Montag morgen sind wir wieder in Fiji, nach 10 Tagen, mit keiner besonderen Zeit, aber wir haben auch zum Schluss ein wenig gebremst, weil hier ziemiche Gebühren fällig werden, wenn man den Zoll außerhalb normaler Arbeitszeiten bemüht. Der Checkin ist schon teuer genug, für das Schiff und die Besatzung rund 200 Eur.Und wir haben wegen eines Schadens im Segel einen Tag veroren, ehe wir bei ruhiger See diesen notdürftig reparieren konnten.

Wir werden freundlichst begrüßt, mit Ständchen an dem Zollanleger, und strahlenden Gesichtern und Bula überall. Man kennt uns noch, und es ist schon schön, wie ate Freunde herzlich empfangen zu werden.

Jetzt ist mal wieder Marinaleben angesagt, mit Bar, Dusche, Segel beim Segelmacher abgeben, denn es hat auf der Überfahrt ein wenig gelitten. Aber, insgesamt ist aes gut verlaufen, auch dank Wettercoach Bernie, der mich über Satellitentelefon immer ganz zeitnah über einen Zyklon informiert hat, der etwas weiter weg sein Unwesen treibt, denn die Zyklonsaison ist noch nicht beendet! Danke, Bernie.

Jim ist von Bord, Christa und ich arbeiten feste, und am Freitag kommt Dagmar. Dann sehen wir mal, wie wir nach Osten in die Lau-Gruppe kommen.


14.4.2016

Man hat sowieso keine Zeit, weil es bald losgeht wieder nach Fiji, und nun stürzt noch ein Teil der Webseite ab. Wird alles repariert, aber erst, wenn ich Zeit habe.

Also, morgen, am 15.4. geht es wieder los, von Neuseeland nach Fiji, denn hier wird es langsam kalt und regnerisch.

In ca. 14 Tagen bin ich dort, vielleicht auch eher. Mit dabei ist Christa, mutig und unerschrocken, und sehr zuverlässig und gewissenhaft, denn sie hat mich immerhin in den letzten Tagen mindestens 10 mal in den Mast und wieder herunter gebracht. Ein Fehler, und es gäbe mich nicht mehr, denn der Mast hat immerhin 20 m oder ist so hoch wie ein sechsstöckiges Hochhaus.

Ebenfalls dabei ist Jim, mein Mooring-Nachbar, der sich erst kürzlich eine Yacht gekauft hat. Um ihm Erfahrung zu geben, habe ich ihm angeboten, mitzukommen, und er hat sehr gern angenommen. Jim ist Maori, wenigstens zu 50%. Es wird unterhaltsam werden. Ich freue mich drauf.

Ich habe mein SAT-Phone wieder aktiviert. Meine neue Nummer ist +88 16 32 56 10 04. Sie gilt 4 Wochen, dann ist Schluss.

Wer will, kann mir eine SMS schreiben, kostenlos. Aber bitte den Namen angeben, denn manchmal wird der Absender nicht mitgeschickt, und ich rätsele, woher die SMS kommt.Ich schicke dann gern eine Positionsmeldung zurück. Man hat ja sonst nichts zu tun.

Die SMS wird man auf der Iridium-Siete los. Es gibt einen Menupunkt “Send a Satellite Message” Dort ausfüllen und schon geht es los.

Ich werde mich melden, wenn ich angekommen bin, und die Seite reparieren, und und und.

Bis dann, in wärmeren Gegenden.

 

Wer überlegt, ob er/sie mich mal besuchen kommen will, lese bitte in “Meine Pläne”, und frage dann.